Übersicht:

Fuchsjagd

ARDF (Amateur Radio Direction Finding)

Ein 'Fuchs' ist eine Funkanlage, die automatisch in vorgegebenen Zeitabständen auf einer bekannten Frequenz für kurze Zeit ein Morse-Signal ausgibt. Die 'Jäger' sind mit Peilgeräten bewaffnet und versuchen, diesen, oft raffiniert versteckten, Fuchs zu entdecken. Gewonnen hat, wer den Fuchs als erster entdeckt hat.
Dies sind die recht einfachen Spielregeln. Da sie wirklich einfach sind und die Jäger auch selbst nicht funken, ist die Fuchsjagd eine beliebte Art, junge Menschen zum Amateurfunk zu bringen. Eine Funklizenz (richtig: Amateurfunkgenehmigung) wird dazu von den Jägern nicht benötigt. Allerdings sollten gewisse sportliche Ambitionen vorhanden sein, denn es geht meistens querfeldein oder quer durch den Wald und das auf Zeit!
Nachdem die Jäger wissen, wann der Fuchs sendet, müssen sie zu diesem Zeitpunkt stehen bleiben und mit ihren Peilempfängern peilen, aus welcher Richtung das Signal kommt. Dann geht's mit Tempo in diese Richtung weiter. Falls man die falsche Richtung gepeilt hat, kann dies zu einem längeren Lauf führen...
Im Rahmen des ARDF werden nationale und auch internationale Wettkämpfe veranstaltet. Aber am meisten Spaß machen immer noch die regionalen Veranstaltungen; insbesondere sind die Jüngeren begeistert, wenn das Ganze abends oder in der Nacht stattfindet.

Packet Radio

Packet-Radio ist ein Verfahren, mit dem man über Funk Daten senden und empfangen kann. Grundsätzlich unterscheidet sich Packet-Radio von der "historischen" Betriebsart RTTY (Funkfernschreiben) dadurch, dass die Daten zu einem "Paket" zusammengefasst werden, das dann ausgesendet wird. Daher der Name "Packet-Radio".

Viele Stationen arbeiten auf einer Frequenz
Mit jedem Paket wird (außer den eigentlichen Nutzdaten) noch das Rufzeichen des Absenders und des Empfängers übertragen. Dadurch ist es möglich, dass viele Packet-Radio-Verbindungen auf derselben Frequenz stattfinden ohne sich zu stören: Jeder Empfänger sucht sich aus der Vielzahl der mitgehörten Pakete nur diejenigen heraus, die für ihn bestimmt sind. Jeder Sender prüft, bevor er sendet, ob die Frequenz frei ist. Dadurch werden Kollisionen vermieden und die Frequenz kann von vielen Benutzer gleichzeitig genutzt werden.

Übertragungsfehler sind ausgeschlossen
In den Datenpaketen sind Prüfsummen enthalten, die es ermöglichen, Übertragungsfehler zu erkennen. Nur völlig fehlerfreie Pakete werden vom Empfänger akzeptiert und auf dem Bildschirm angezeigt. Richtig empfangene Pakete werden bestätigt, unbestätigte Pakete werden so lange wiederholt, bis sie fehlerfrei beim Empfänger angekommen sind.

Große Reichweite durch Digipeater
Der Packet-Radio-Verkehr kann direkt zwischen zwei Funkstationen stattfinden. Zusätzlich können die Datenpakete jedoch auch über mehrere Zwischenstationen ("Digipeater") weitergereicht werden, was die Reichweite enorm vergrößert. Beim klassischen "digipeating" kann ein Datenpaket über bis zu 7 Zwischenstationen weitergereicht werden, bis es beim Empfänger ankommt.

Weltweites Packet-Netzwerk
Das sehr gut ausgebaute Amateurfunk-Digipeater-Netz in Deutschland arbeitet mit leistungsfähigen Knotenrechnern, die ein von einem Benutzer empfangenes Datenpaket über Richtfunkstrecken gezielt zu dem Knotenrechner hin vermitteln, in dessen Nähe der gewünschte Funkpartner sitzt. Der Packet-Radio-Benutzer muss sich - gerätetechnisch - also nur bemühen, einen sicheren Zugang zu einem beliebigen Knotenrechner im Packet-Radio-Netz zu bekommen. Die günstigste Strecke zum Ziel wird automatisch ermittelt, der Benutzer muss sich nicht darum kümmern, kann aber bei Bedarf auch eingreifen.

Das RST-System: Bewertung von Funksignalen

Um dem Gegenüber im Funkverkehr mitzuteilen, wie gut seine Signale ankommen, gibt man einen sog. Rapport. Dieser besteht aus 2 bis 3 Ziffern; sie sagen etwas über

Das RST-System ist folgendermaßen definiert:

Buchstabe Bedeutung Mögliche Werte
readability (Lesbarbeit) 1 (schlecht) bis 5 (gut)
sign (Signalstärke) 1 (schlecht) bis 9 (gut)
tone (Tonqualität)
nur Telegraphie
1 (schlecht) bis 9 (gut)

Beispiele:

Sehr gut lesbares und starkes Signal Sprechfunk: 59 - Telegraphie: 599
Weniger gut lesbares aber starkes Signal Sprechfunk: 49 - Telegraphie: 499
Schlecht/kaum lesbares und schwaches Signal Sprechfunk: 23 - Telegraphie: 239
unsauberer Ton / schwankende Frequenz Telegraphie: 595

Morsezeichen

Buchstaben Zahlen Satzzeichen
A · - N - · 1 · - - - - . - · - · - ·
B - · · · O - - - 2 · · - - - ? · · - - · ·
C - · - · P · - - · 3 · · · - - / - · · - ·
D - · · Q - - · - 4 · · · · - - - · · · · -
E · R · - · 5 · · · · · = - · · · -
F · · - · S · · · 6 - · · · ·
G - - · T - 7 - - · · ·
H · · · · U · · - 8 - - - · ·
I · · V · · · - 9 - - - - ·
J · - - - W · - - 0 - - - - -
K - · - X - · · -
L · - · · Y - · - -
M - - Z - - · ·

Hinweis: Es gibt noch mehr Morsezeichen für Umlaute, Sonderzeichen und weitere Satzzeichen, doch näheres erfährst du im Lexikon unter "Morsealphabet".
Man merkt sich die Zeichen allerdings nicht als eine Folge von Strichen und Punkten sondern prägt sich das Lautbild ein. Für einen Punkt steht dann ein 'di' (am Ende: 'dit') und für einen Strich ein 'dah'. Für den Buchstaben A bedeutet dies di-dah und für den Buchstaben L di-dah-di-dit. Wenn man sich die Morsezeichen gleich nach diesem System einprägt, ist die Morseprüfung nicht mehr so schwer.